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Der Kampf ging weiter,
aber meine Aussage wegen einer 5. Kampfrunde war trotzdem
nicht ganz falsch. Die Lymphangiosis carcinomatosa
in meiner
Lunge war schon wieder zurück, also war es immer noch die alte
Kampfrunde und keine neue.
Nach Ende der Chemo
im September 2006 hatte ich nicht lange Ruhe, im November
bekam ich wieder Husten, der Tumormarker stieg schon wieder und in der Lunge war wieder
verdichtetes Gewebe zu sehen. Zuerst dachten wir noch
an einen Infekt, Antibiotika brachten aber nicht wirklich
etwas. Bei einer weiteren Kontrolle sagte mein Lungenfacharzt,
dass die Lymphangiosis jetzt chronisch ist, wenn sie tatsächlich
die Ursache für die neuen Befunde ist. Das hat mich zuerst ziemlich aus der Bahn
geworfen, denn bisher waren die Metastasen nach den
Therapien immer verschwunden und ich konnte sagen, ich
habe die Runde gewonnen. Das sollte nun nicht mehr möglich
sein? Es sollte eine Dauerkampfrunde werden, die
Therapie würde immer dann geändert oder verstärkt werden,
wenn die Marker steigen oder die Symptome zu stark werden?
Das fühlte sich für mich zunächst schrecklich an. Dann
wollte ich nur noch eine klare Aussage, ob es so ist,
damit ich mich darauf einstellen kann. Bei der nächsten
Kontrolle hat mir der Arzt auf meine Frage hin dann
bestätigt, dass diese Situation jetzt bei mir eingetreten
ist und inzwischen habe ich auch gelernt, damit umzugehen.
Bis Anfang März 2007 wurden
der Marker und die Lunge mehrmals kontrolliert, der
Marker stieg weiter, die Verdichtungen in der Lunge
blieben konstant. Wir beschlossen, zunächst die Anti-Hormon-Therapie
zu ändern, statt Arimidex bekam ich Faslodex.
Am 5.3. fuhr ich zur AHB nach Kassel,
um dort wieder
ein bißchen Kraft zu schöpfen. Danach sollte wieder
kontrolliert und dann ggf wieder mit einer Chemo begonnen
werden. Da es mir in Kassel immer schlechter ging, ich hatte immer weniger Energie
und Puste, kontrollierten wir die Tumormarker,
beide waren weiter stark angestiegen. Zusammen mit meiner
Ärztin überlegte ich, welche Möglichkeiten
ich habe. Schon mein Onkologe zu Hause und
mein Lungenfacharzt hatten gesagt, dass ich ggf wieder
Navelbine bekommen könnte, die hatte ja letztes Jahr
sehr gut gewirkt und ich habe sie auch ziemlich gut
vertragen. Nach einigem Hin und Her entschied ich mich
schließlich dafür, noch in der Klinik mit Navelbine
zu beginnen. Ich wollte nicht noch länger warten und
damit den Kerlen in meiner Lunge freie Bahn lassen.
Ich bekam Navelbine
wieder an Tag 1, Tag 8 und Tag 21, also immer 2 Wochen
hintereinander und dann eine Woche Pause.
Geplant waren 6 Kurse, also 12 Chemos, da ein Kurs immer
aus 2 Chemos besteht.
Die erste Infusion bekam
ich am 5.4.07, ich habe sie nicht so gut vertragen,
mir ging es ein paar Tage ziemlich mies. Ob das nur
an der Chemo lag, weiß ich nicht. Ich hatte Angst, dass
es jetzt jedes Mal so ist und war von der Aussicht nicht
begeistert. Am 12.4. folgte die zweite Runde, dieses Mal ging
es mir hinterher zum Glück ganz gut.
Die einzige Nebenwirkung,
vor der ich wirklich Angst hatte, waren die Nervenschäden
in Händen und Füßen, die ich ja schon 2006 hatte.
Kribbelnde oder sogar taube Finger sind für meine musikalischen
Pläne nicht so praktisch. Dieses Mal habe ich von Anfang an Alpha-Liponsäure
genommen, um das zu verhindern. Weil es trotzdem schlimmer
wurde als letztes Jahr, nahm ich zusätzlich Vitamin
B1 und B6 und hatte es so einigermaßen im Griff. Im
Laufe der Chemo wurden die Hände aber extrem kälte-
und wärmeempfindlich.
Faslodex wurde wieder
abgesetzt. Die hormonabhängigen Krebszellen
werden ja durch die AHT an der Teilung gehindert, aber
die Chemo kann nur die Zellen zerstören, die sich teilen. Zoladex bekam ich aber weiter.
Nach meiner Rückkehr
aus der AHB war ich am 23.4. beim Lungenfacharzt. Die
Lungenfunktion hat sich nicht weiter verschlechtert
und auf dem Röntgenbild gab es eine schöne Überraschung:
Schon nach 2 Kursen Navelbine ist die Zeichnungsvermehrung
leicht zurückgegangen!
Bei der Kontrolle
Anfang Juni nach 3 Kursen waren die Tumormarker von
115 auf 88 (CA 15-3) und von 43 auf 23 (CEA) gesunken
und die Lunge sah noch besser aus.
Kurz vor der geplanten
letzten Chemo meinte meine Onkologin, dass wir ja noch
ein paar Kurse dranhängen könnten, da ich sie doch ganz
gut vertrage. Die Blutwerte waren immer ziemlich gut,
aber ich hatte immer weniger Energie, darum war ich
froh, bald mit der Chemo durch zu sein. Entsprechend begeistert war ich von der Idee.
Vor
Kurs 6b wurden die Marker wieder kontrolliert, sie war zwar weiter gesunken, aber nur ganz gering,
kein Vergleich zu den bisherigen Therapierunden, wo
am Ende der Thera die Marker wieder im Normbereich waren.
Darum sollte ich statt einer Chemo-Verlängerung die
Chemo auf Dauer bekommen, so lange sie wirkt. Dass mir
das einige Heultage gebracht hat, brauche ich wohl nicht
zu schreiben. Ich habe dann einmal eine höhere Dosis
bekommen, weil ich versuchen wollte, die Chemo auf alle
14 Tage umzustellen. Danach ging es mir so dreckig,
dass ich erstmal Pause machen musste.
Mitte September war
ich wieder zur Kontrolle beim Lungen-Doc, die Lunge
sah gut aus, es gab keinen Hinweis mehr auf die
Lymphangiosis. Ende September wurden die Marker nochmal
kontrolliert, sie waren ein bißchen weiter gesunken.
Darum beschloss ich zusammen mit meinen Ärzten,
erstmal weiter Pause zu machen und zur AHB zu fahren,
um mich wieder zu erholen und neue Kraft zu sammeln.
Anfang November habe
ich die Lunge wieder kontrollieren lassen, sie sah immer
noch gut aus, meine Untermieter hatten die Pause also
nicht schamlos ausgenutzt. Ich konnte weiter Pause
machen und fuhr am 22.11. zur AHB nach Kassel. Leider
wurde aus der AHB doch wieder ein Akut-Aufenthalt .........
Wie
es weiterging und wie es mir im Moment geht, steht im
Tagebuch!
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