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Die Frage "Warum ich?"
stellt sich jeder mal, als Krebspatient natürlich erst
recht.
Auch ich habe mir
diese Frage ab und zu gestellt, zuletzt im Oktober 2006.
Da war ich mit der Chemo fertig, sie hatte gut gewirkt,
meine Lunge sah wieder normal aus und die Tumormarker
waren wieder im Normbereich. Dann bekam ich plötzlich
Probleme mit meiner rechten
Brust, die 2002 amputiert und mit einem Implantat aufgebaut worden war. Es hatte sich Gewebewasser in der Brust gesammelt. Mit Andre und seinem Vater fuhr ich
nach Osnabrück
zu Dr. Brunnert, der mich damals operiert hatte,
um ihn nach seiner Meinung zu fragen. Er meinte, dass das
Implantat entfernt werden muss. Auf der Rückfahrt
habe ich im Auto hinten gesessen und geheult und Musik
gehört. Dabei
ging mir immer wieder die Frage durch den Kopf "Warum
ich?", warum jetzt schon wieder neue Probleme?
Dann lief ein
Lied, das ich immer gerne gehört habe und ich begann, den Text
umzuschreiben. Daraus wurde dann die letzte Strophe
und der Refrain von "Why Me". Zu Hause schrieb
ich den Text weiter und merkte dabei, dass darin
auch meine Erfahrungen mit den psychischen Problemen
zum Ausdruck kamen, mit denen ich lange gekämpft habe
und die mich auch heute noch teilweise begleiten. Dazu
schreibe ich vielleicht später an anderer Stelle noch
mehr.
Anfang November stellte
sich heraus, dass das Gewebewasser nicht mehr nachgelaufen
war. Die OP musste also doch nicht gemacht werden, ich
durfte den Expander behalten. Zu diesem Zeitpunkt war
der Text von "Why Me" fertig, ich
wollte auch noch eine eigene Melodie schreiben, konnte
es aber nicht. Erst bei meiner AHB in der Habichtswaldklinik
im März 2007 konnte ich mich wieder mit dem Thema auseinandersetzen
und habe dann nicht lange gebraucht, um eine eigene Melodie
zu schreiben. Den Text habe ich auch noch teilweise
umgeschrieben.
Die Frage "warum
ich" dürfen wir uns stellen, das ist völlig ok.
Leider gibt es auf diese Frage nicht wirklich eine Antwort,
denn bei Krebs spielen so viele Faktoren eine Rolle.
Wir dürfen also nicht krampfhaft versuchen, eine Antwort
zu finden, denn das würde uns nur lähmen und uns Kraft
kosten, die wir für den Kampf gegen die Krankheit dringend
brauchen. An der Diagnose an sich ändert eine Antwort
ohnehin nichts.
Bei Song
geht es zum Text und bei
Übersetzung
zur deutschen Übersetzung.
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